D: Dienstwagenrichtlinie

Stellen Sie Ihrem Führungskreis Dienstwagen zur Verfügung? Wie zufrieden sind Sie mit den Regelungen in Ihrem Unternehmen? Wissen Sie schon, was Sie verändern möchten? Mehr, weniger, oder günstigere Autos ? Oder eine komplette Neueinführung? Viele Fragen, viele Antworten.

Was ich zur Diskussion beitragen kann, ist mein Werteverständnis (im doppelten Sinn des Wortes) und meine Erfahrungen. Ich habe viele verschiedene Wege gesehen. Und jedes Mal stellte sich heraus, dass unter Wasser enorme Emotionen mit einer Anpassung von Firmenwagenrichtlinien verbunden sind. Das wird vielfach erahnt, gleichwohl oftmals unterschätzt.

Wie so oft bei Veränderungsprozessen sind Geradlinigkeit in der Kommunikation und Transparenz der äußeren Rahmenbedingungen von erfolgskritischer Bedeutung. Wenn Restrukturierungsmaßnahmen auf der Agenda stehen, sollten für die Führungskräfte keine neuen Dienstwagen auf den Parkplatz gestellt werden. In einem solchen Fall wäre es günstig, wenn auch die Führungskräfte ihren sichtbaren Teil beitragen. Was spricht dagegen, bei einer gegebenen Audi Strukturierung (A 3, 4, 6) auf eine klare Skoda Strukturierung (Fabia, Octavia, Superb) umzustellen? Sie meinen, die Führungskräfte werden alle kündigen? Mit Sicherheit nicht, wenn die Transparenz von Notwendigkeiten gegeben ist und einschließlich der Geschäftsführung alle mit an Bord sind. Und wenn Einzelne aus Statusgründen nicht zu überzeugen sein sollten, muss die Frage gestattet sein, ob eine solche Haltung im Unternehmen akzeptiert werden kann.

Natürlich ist auch denkbar, auf klare Strukturierungen zu verzichten, hierarchische Preisschwellen einzuziehen und den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, Autos außerhalb dieser Preisschwellen zu nutzen – wenn und soweit der Mitarbeiter durch Gehaltsverzicht seinen entsprechenden Beitrag leistet.  Bei diesem Modell ist eine Unternehmenskultur nötig, in der Status und Hierarchie nicht per se durch die entsprechende Dienstwagenkategorie transportiert wird.

In jedem Fall sind Autos wichtig für die Menschen in unserem Land und eine Dienstwagenrichtlinie birgt erhebliches Unruhepotential, wenn Veränderungen inkonsequent und nur halb durchdacht in Angriff genommen werden. Klarheit der Geschäftsführung ist eine conditio sine qua non. Und wenn diese Klarheit gefunden ist, sind auch gravierende Veränderungen möglich.

Bei kongruenter Kommunikation und unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen ist es ohne schwerwiegende Reibungsverluste möglich, Dienstwagengewohnheiten nachhaltig zu verändern.

Dafür stehe ich.

Zuletzt aktualisiert am 15.12.2014 von Thomas Schulz.

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