A: Arbeitsvertrag

von Thomas Schulz (Kommentare: 0)

Ist die Grundlage der vertraglichen Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. „Rein rechtlich“ würde man sagen, dass es sich bei einem Arbeitsvertrag um einen Sonderfall des Dienstvertrages handelt, der die gegenseitigen Leistungsverpflichtungen der Vertragspartner regelt. In der Abgrenzung zum Werkvertrag schuldet der Arbeitnehmer keinen bestimmten Erfolg (ein „Werk“), sondern seine Dienste. Er stellt seine Arbeitskraft zur Verfügung. Im Gegenzug erhält er dafür vom Arbeitgeber ein Arbeitsentgelt. Dies ist im Idealfall eine angemessene Vergütung für eine angemessene Leistung. Neben diesen Grundpflichten gibt es vielschichtige Nebenpflichten. Läuft alles normal, sind beide Vertragspartner zufrieden. Gibt es Probleme, fangen die Schwierigkeiten an.

Bis hierhin ist das nichts Neues. Selbst der interessierte Laie kann sich diesen Überblick mit zwei Klicks bei Google schnell verschaffen. Der Fachanwaltslehrgang für Arbeitsrecht ist bis hierhin nicht nötig. Andererseits sind es manchmal schon die einfachen Wahrheiten, die in der Komplexität unserer Betrachtungen untergehen. Und bei den einfachen Wahrheiten helfen Ihnen die arbeitsrechtlichen Kommentierungen (derer es Legion gibt) kein Stück weiter.

Was ist mit den Emotionen? Einerseits ist ein Arbeitsvertrag richtigerweise kein Ehevertrag und man könnte dementsprechend meinen, dass es sich um ein sachliches Leistungsverhältnis handelt. Man könnte meinen, dass Störungen durch sachliche Aufklärung einfach und rational behoben werden können. Wer so denkt und handelt springt zu kurz. Denn selbstverständlich nehmen die Emotionen gerade in Arbeitsverhältnissen einen derart prominenten Platz ein, dass es mich immer wieder wundert, wie sehr diese Tatsache aus dem Blickfeld der handelnden Personen gerät.

Natürlich kommt es regelmäßig vor, dass einer der Vertragspartner den Arbeitsvertrag überhöht und mit eigenen Selbstbildern oder persönlichen Werten Emotionen ins Spiel bringt, die der andere Vertragspartner zunächst nicht durchschaut. Und natürlich gibt es auf der anderen Seite Vertragspartner, die ihre wahren Motive unter der Daunendecke vermeintlicher Sachzwänge oder objektivierter Tatsachenbehauptungen verstecken.

Und genau darum geht es: Um die Dechiffrierung der verdeckten Motive, Emotionen und handlungsleitenden Impulse. Welche Wirklichkeit haben sich die Akteure konstruiert? Und bei Problemen: Welche Lösungs-Wege gibt es? Neben der „rein rechtlichen“ Betrachtungsweise.....

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